Na also, geht doch: Erdkabel um die Hälfte

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Einmal mehr machen deutsche Netzbetreiber vor, dass 110-kV-Erdkabel möglich sind, wenn man nur will. Und das mit Lösungen, die die Energie AG bei "unserer" Leitung für völlig abwegig erklärt hat. Lösungen, die wir schon vor drei Jahren vorgeschlagen haben. Inzwischen ist es ja "amtlich", dass es ums Prinzip geht: "Mit Errichtung des ersten 110-kV-Erdkabels im Überlandbereich würden zukünftig nur mehr Erdkabel errichtet werden können," schreibt die Energie AG in ihrem "Hochspannungsblog". Eigenartig, dass das nur in Österreich ein Problem zu sein scheint…

Logo: Der sächsische Netzbetreiber Mitnetz Strom integriert jetzt Erdkabel in sein 110-kV-Netz 

 Der Vogtlandring soll die Stromversorgung im Südwesten Sachsens absichern: mit mehr Leitungskapazität und Sicherheit. Eine ähnliche Aufgabe wie für den Ringschluss, den die Energie AG mit der Leitung zwischen Vorchdorf und Kirchdorf anstrebt. Doch die "Mitnetz Strom hat sich für Erdkabel auf einem erheblichen Teil der neuen Trassen entschieden. Dabei hat sie zwei technische Lösungen gewählt, die ein prinzipielles "Erdkabel-Problem" umgeht und zugleich die Kosten um rund die Hälfte senkt.

Eine der Varianten ist nämlich als Einfachleitung geplant: Halb so teuer und technisch leichter in das Freileitungsnetz einzugliedern. Laut Energie AG sind die Sachsen damit als unprofessionell abqualifiziert. So etwas enspreche "nicht dem Stand der Technik" hieß es schon vor drei Jahren. Auch die sächsische Methode, statt angeblich störender Trenntrafos (das Mittel der Wahl bei einem Erdkabel Vorchdorf-Kirchdorf) zusätzliche Spulen einzubauen, um Erdschlüsse zu kompensieren, war für die Energie AG indiskutabel.

Einen wesentlichen Vorteil hat sich die Mitnetz Strom durch ihren Vorstoß Richtung Erdkabel aber gleich gesichert: kurze Projektzeiten. Der jetzt vorliegende Vorschlag soll einen Baubeginn im Jahr 2014 gewährleisten – und nach einem Jahr umgesetzt sein.

Ausführliche Berichte: Pressemitteilung der Mitnetz Strom und der Chemnitzer "Freien Presse"

 

 

 

 

 


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