380 kV unter die Erde in Salzburg: Die Einschläge kommen näher!

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Dänemark, Deutschland, Schweiz und jetzt Salzburg: "Erdkabel geht nicht" gibts nicht. Völlig überraschend hat jetzt der Verbund (APG) als Netzbetreiber des 380-kV-Netzes angeboten, eine Hauptversorgungsleitung in die Stadt Salzburg zu verkabeln. Bürgerinitiativensprecher vermuten hier einen Beschwichtigungsversuch der APG. Der Druck steigt nämlich derzeit, auch die geplante "große" Salzburgleitung nach Kaprun unter die Erde zu bringen…

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Mit ihrer Argumentation gegen diese Verkabelung dürfte sich die APG allerdings verrannt haben. Für eine Ringleitung diesen Ranges sei das Erdkabel noch zu unsicher, hieß es stets. Die jetzt zugestandene Erdkabelstrecke allerdings wird die "Schlagader" für die Stromversorgung der Stadt Salzburg, also auch nicht gerade unwichtig. Der Unterschied: Dies wird eine Stichleitung. Bei einer Unterbrechung fließt kein Strom mehr zum Umspannwerk, das die Höchstspannung zum Verbrauch heruntertransformiert. Anders die Ringleitung: Da ist der Clou gerade, dass jedes Umspannwerk von zwei Seiten angespeist wird. Die Versorgung bricht nur im höchst unwahrscheinlichen Fall zusammen, dass auf beiden Seiten gleichzeitig ein Schaden eintritt.

 

Einmal mehr zeigt sich, dass Erdkabel immer dann plötzlich möglich werden, wenn der Netzbetreiber es nur will. Die vermeitnlichen Argumente dagegen schmilzen seit einiger Zeit schon wie Butter in der Sonne. Und wenn nicht freiwillig, dann heizt eben ein Bundesgericht dem Netzbetreiber ein – wie in der Schweiz. Oder alle ziehen an einem Strang und ein ganzes Land darf Abschied vom Mastenwald nehmen – wie in Dänemark. Unsere Energie AG könnte es sich (noch) aussuchen. Bei 110 kV versteht sie ja sogar schon etwas davon…

 

Verfasst von 110kV ade am 22. Februar 2012 - 15:59
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