„Kabellösung innovativer und herausfordernder“

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Kann diese Frau bitte das Netz der Energie AG übernehmen? – Warum? Suzanne Thoma managt das bedeutendste Stromnetz der Schweiz. Und sie sagt ganz seelenruhig: „Wir sehen uns im Dienste der Kundschaft und der Bevölkerung. Wenn diese am Ende des Tages die Leitung ganz oder teilweise unterirdisch verkabelt haben wollen, werden wir das tun.“ Thema: Eine umstrittene 33 km lange 220-kV-Leitung im Gebiet von Bern.

Haben wir richtig gelesen? Ja. Hier ist offenbar ein echter Sinneswandel zu bestaunen. Suzanne Thoma: „Meine Vorgänger haben sich sicher vor 10 Jahren noch stärker gegen die Idee gewehrt. (…)Ich werde meinen Ingenieuren den Auftrag geben, die verschiedenen Szenarien von der Teilverkabelung bis zur kompletten Bodenleitung nochmals grob zu sondieren. (…) Sie sind als Techniker an einer Kabellösung sehr interessiert, weil diese für sie innovativer und herausfordernder wäre.“ 

Mit dem Kostenargument gegen das Erdkabel geht Thoma flexibel um: Auch wenn noch vor einiger Zeit achtfach höhere Kosten veranschlagt waren („Heute wäre es wohl wegen der technischen Entwicklungen möglicherweise etwas weniger“), benutzt sie dies nicht als Keule, sondern weist darauf hin, dass dann halt die Konsequenz höhere Netzpreise seien. 

Hintergrund: Nach 20-jähriger Auseinandersetzung verdonnerte das Bundesverwaltungsgericht die BKW, eine Verkabelung zumindest auf einem größeren Teil der Strecke erneut zu prüfen. Die BKW akzeptiert dieses Urteil, die Freileitungsgegner ziehen jedoch vors Bundesgericht, um eine Verkabelung der ganzen Strecke zu erreichen (Näheres hier). 

Dr. Suzanne Thoma, Mitglied der Konzernleitung (Vorstand) der BKW FMB Energie AG, Leiterin des Geschäftsbereiches Netze. Die BKW versorgen über eine Million Kunden und sind der bedeutendste Schweizer Netzbetreiber.

Quelle:
Berner Zeitung 28.2.2012

 

 


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