Planungsstopp für 190 km neuer 110-kV-Leitungen in Brandenburg – jetzt Erdkabel?

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Jubel bei der Bürgerinitiative "Hochspannung tief legen" (Foto) in Brandenburg: Der Netzbetreiber Eon Edis legt vorläufig alle Projekte für 110-kV-Freileitungen auf Eis. Hintergrund ist die neue deutsche Rechtslage, wonach Leitungen auf dieser Spannungsebene "in der Regel" und unter Einhaltung bestimmter Kostengrenzen (Mehrkostenfaktor 2,7) als Erdkabel auszuführen sind. Der Brandenburger Stromversorger erwartet in den nächsten Monaten eine grundsätzliche Klärung zur Frage Erdkabel oder Freileitung.
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Die Märkische Allgemeine erläutert, was während des Planungsstopps geschehen soll.

Seit vier Jahren kämpfen unsere KollegInnen von Hochspannung tiefer legen bereits gegen eine der geplanten neuen Leitungen im Nordosten Deutschlands. Fast 60 km lang ist der geplante Abschnitt in der Region Priegnitz. Auch dieser fällt nun unter den vorläufigen Baustopp bei Eon Edis. Die Argumente der Bürgerinitiative sind im Wesentlichen die gleichen wie bei uns: Auch in Brandenburg geht es darum, sich mit der Energiewende, die den Netzausbau erforderlich macht, nicht eine komplette Verschandelung der Landschaft einzuhandeln. Hier ist ein großer Schritt in die richtige Richtung gelungen.

Kalte Füße sollten dagegen unsere österreichischen Netzbetreiber bekommen. Denn schön langsam schaut es danach aus, als hätten sie gute Chancen, das Schlusslicht in Sachen ökologischer und sozialverträglicher Netzausbau zu werden. Signale wie das derzeit geplante Kärntner Elektrizitätsgesetz könnten aber auch hier den Stromriesen bald Beine machen. Es soll ganz ähnliche Vorgaben enthalten wie in Deutschland…

Eon Edis untersucht radikalere Lösung für Erdkabel
Nachtrag 23.4.2012: Einen völlig entgegengesetzten Weg als die Energie AG, die Erdkabel in das bestehende Netz zu integrieren, untersucht der brandenburgische Netzbetreiber in den kommenden Wochen: Und zwar soll das gesamte 110-kV-Netz so umgestellt werden, dass sich Erdkabel unbegrenzt einbauen lassen, ohne dass so genannte Erdschlüsse sich zu einem größeren Sicherheitsrisiko auswachsen können. Dies teilte ein Eon-Edis-Vertreter auf Anfrage mit.

Eine solche Lösung ("Änderung der Betriebsweise") wurde von der Energie AG für das oberösterreichische Netz stets als finanziell völlig untragbar bezeichnet. Das leidenschaftslose Motiv bei Eon Edis: Genau gerechnet wird noch, aber die Kosten könnten sich im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben unterbringen lassen (d.h. unter dem 2,75-fachen einer Freileitung bleiben). Und die Hauptsache sei, dass man mit dem Netzausbau besser vorankomme, weil die Bevölkerung eben für Erdkabel sei.

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