Aufruf von wahrscheinlichem Krebsopfer der 110-kV-Leitung Kottingbrunn!

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Auch das Magnetfeld von 110-kV-Freileitungen ist ein Gesundheitsrisiko – so das klare Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie, die erst letzten Monat veröffentlicht wurde (Bericht unter AKTUELLES). Jetzt meldet sich ein Mann aus genau jener Wohnsiedlung zu Wort, die seit 60 Jahren von einer solchen Leitung überspannt wird (Foto): über 100 Häuser in Kottingbrunn (NÖ). Bei dem Mann wurde Krebs diagnostiziert. Wir veröffentlichen seinen ebenso engagierten wie berührenden Brief an die Bürgerinitiative:
Nachtrag: Gemeindearzt bestätigt Befürchtungen mit eigenen Daten aus den letzten 40 Jahren – Gemeinderat beantragt Aufhebung der Leitungsbewilligung beim Land (siehe Anhänge)

(Vorbemerkung der BI "Aktion Himmelblau": M. ist einer der ersten Aktivisten der Bürgerinitiative, und bei ihm wurde Anfang Dezember Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert.)

An den Obmann der „Aktion Himmelblau“
und Sprecher der Bürgerinitiative
Alexander Hunyadi
Hanusch-Krankenhaus 7.12.2014 Onkologie
 
Lieber Alex,

Danke für deine persönliche Hilfestellung und dein Verständnis als Obmann und Sprecher der Bürgerinitiative,
meinem Wunsch zu entsprechen, meinen Krebs öffentlich, im Interesse unserer Bürgerinitiative kund zu tun und für unsere gute Sache zu verwenden. Hierbei geht es vor allem um 2500 Menschen, welche in unmittelbarer Nähe der Hochspannungsleitung leben. Nur, ich bin halt ein Bewohner, lebend unter der 110 kV Leitung, den es „Gesundheitlich“ erwischt hat.

Mündlich, diese Aussage kann ich jetzt schon sagen, haben mir die behandelnden Ärzte den Zusammenhang mit der 110 kV Hochspannungsleitung und meiner Krankheit nach mehr als 7 jähriger Dauerbestrahlung, als Direkt-betroffenem, bestätigt. (…) Hoffentlich hat meine Krebserkrankung doch noch den Sinn, dass ich meine Chemotherapie für Euch besser ertrage, um unserem Anliegen, dass die Gesundheit der Menschen immer im Vordergrund zu stehen hat, egal wie hoch auch die wirtschaftlichen Interessen dabei sind. Leider kann ich am 09.12.2014 bei der Gemeinderatssitzung nicht mit dabei sein.

Danke, dass du mir den neuen Brief vom den Geschäftsführern Dipl. Ing. R. Brehmer und Dipl. Ing. P. Weinelt an unseren Bürgermeister Ing. A. Kieslich geschickt hast, da steht nichts neues drinnen (…) Anscheinend haben sie noch immer nicht den Unterschied zwischen 240 Volt Spannung im Haushalt und 110.000 Volt Hochspannung als Überlandleitung kapiert.

(…) Bitte halte mich auch weiterhin auf dem Laufenden. Und Grüße an den Herrn Bürgermeister und seine (leeren) Versprechungen. (…)

An Euch alle liebe Grüße,
und vor allem herzlichen Dank den Gemeinderäten, die sich ehrlich verpflichtet fühlen uns zu schützen.
 
Es geht um unser aller Leben, damit es lebenswert bleibt.

Anmerkung von "110 kV ade!": Die Situation in Kottingbrunn unterscheidet sich (aber nur graduell) von der bei uns. Die hier geplante Freileitung führt nicht direkt über eine Wohnsiedlung. Die Energie AG hat versucht, größtmögliche Abstände zu Wohnobjekten einzuplanen. Das ist sich aber nicht überall ausgegangen. Auch hier gibt es Betroffene, bei denen die Belastungswerte überschritten werden, deren Einhaltung das genannte Gutachten und die Weltgesundheitsorganisation empfehlen.

Fotos: Kottingbrunn, Rot-Kreuz-Siedlung

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Kottingbrunn Gemeinderat.pdf137.7 KB
Kottingbrunn an ÖNORM.pdf73.93 KB

 


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