Die üblichen Verharmlosungen auch in Kärnten

Das elektrische Feld mit Neonröhren erlebbar machten Demonstranten in Fürnitz

Die Bürgerinitiativen zwischen Fürnitz und Maria Gail bei Villach demonstrierten – mit Neonröhren! In der Dunkelheit wurde vorgeführt, wie selbst noch zwanzig Meter von einer Hochspannungsleitung entfernt die Neonröhren durch das elektrische Feld von allein aufleuchten. Kleine Zeitung (mit einem Video!) und Krone berichteten darüber. Der Netzbetreiber KELAG reagierte mit Desinformation: Alles sei ein "normales physikalisches Phänomen"…

Dass die möglichen Gesundheitsgefährdungen durch Hochspannungsleitungen von Energiekonzernen heruntergespielt werden, verwundert nicht weiter. Die Plumpheit der hier verwendeten "Argumente" erstaunt allerdings schon. Der zitierte Kommentar der KELAG soll offenbar glauben machen, ein "normales physikalisches Phänomen" sei stets harmlos – als wüsste niemand, dass auch ein Schlag mit dem Hammer auf den Kopf oder etwa radioaktive Strahlung normale physikalische Phänomene seien.

Dass elektrische und magnetische Felder massive Gesundheitsschäden verursachen können, ist in Wahrheit unbestritten. Nur über die Dosis diskutieren Wissenschaftler. Völlig irreführend ist aber genauso der Hinweis der Kelag aufangeblich unterschrittene  "Vorschriften" der Weltgesundheitsorganisation. Denn tatsächlich warnt die WHO z.B. vor einem möglichen Leukämierisiko für Kleinkinder durch Magnetfelder, deren Stärke drei Tausendstel (!) der in Österreich zulässigen Dauerbelastung beträgt.

Bedauerlich ist nicht nur, dass Unternehmen, die großteils sogar unter staatlichem Eigentum stehen, derart verharmlosende Aussagen veröffentlichen können – sondern auch, dass diese dann von Medien unkommentiert publiziert werden.

 

 


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