Bewilligungsverfahren läuft – Heftige Proteste bei den beiden Vorchdorfer Verhandlungen

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Die Stuhlreihen hier ebenso wie bei der ersten Verhandlung im Pfarrsaal waren von den fast vollzählig erschienenen Grundeigentümern, die von der geplanten Leitungstrasse betroffen wären, zwar besetzt – doch immer wieder kam Unmut auf, weil sich der Eindruck verfestigte, der Mensch zähle hier wenig. Umso emotionsgeladener waren die vorgebrachten Einwendungen gegen das Freileitungsprojekt der Energie AG: Die Zerstörung des Wohnumfelds ließ kaum einen kalt. Dabei richteten sich die Einwendungen nicht nur gegen subjektive Nachteile wie Wertverlust, Bewirtschaftungserschwernisse oder gesundheitliche Beeinträchtigungen. Mindestens gleich schwer wogen Sorgen um öffentliche Belange wie Naturschutz, Landschaftsbild, Tourismus oder Zusammenhalt von Nachbarschaften.

Gerade hier erklärten sich auch Betroffene solidarisch, deren eigene Beträchtigungen weniger schwerwiegend sind: Familien, deren Grundstücke nur knapp neben der Freileitungstrasse liegen, haben ja kein Widerspruchsrecht. Dass diese die Leitung durch die Zustimmung des Nachbarn quasi vor die Nase gesetzt bekommen, wollen eine Reihe von Grundeigentümers ausdrücklich nicht verantworten müssen.

Trotz des äußerst anstrengenden Verhandlungsmarathons (am 14. April etwa über zehn Stunden ohne Pause) wurden auch während des Lokalaugenscheins an beiden Terminen leidenschaftliche Debatten darüber geführt, warum nicht einem Erdkabel der Vorzug gegeben werde, da doch offenkundig mit der Freileitung sowohl für die direkt Betroffenen als auch für die Allgemeinheit derartige Nachteile verbunden sind.

Mit einer ganze Reihe von Gutachten und fachlichen Stellungnahmen sicherten die Verfahrensbeteiligten ihre Einwendungen rechtlich und wissenschaftlich ab. Neben zahlreichen Hinweisen auf das Gutachten der TU Graz wurden der Behörde Stellungnahmen eines Forstfachmanns, eines namhaften Umweltmediziners der Meduni Haijes_110kV_76.jpegWien sowie ein Gutachten zum Wertverlust von Wohnobjekten vorgelegt. Für ein Erdkabel setzte sich ebenfalls die Marktgemeinde Vorchdorf ein. Größere Fragezeichen setzten die Umweltanwaltschaft und die Landwirtschaftskammer der Freileitung entgegen.

Mit Spannung erwartet wird von den kommenden Verhandlungen vor allem diejenige in Steinbach. Der Widerstand auch der allgemeinen Bevölkerung ist hier am stärksten wegen der starken Inanspruchnahme eines großen Bergwald-Gebiets. Auch die Gemeindevertretung hat hier mehrfach deutlich Position bezogen.

 

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Verfasst von 110kV ade am 4. Mai 2011 - 15:44
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