Kammerpräsident fällt betroffenen Landwirten in den Rücken

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Der größte Teil der Trasse für die geplante Freileitung verläuft über land- und forstwirtschaftliche Flächen. Falls die Leitung errichtet wird, erhalten die betroffenen Grundeigentümer – größtenteils Bauern – Entschädigungen. Um Gleichbehandlung und möglichst gute Bedingungen zu erreichen, haben die Ortbauernobmänner schon vor Monaten im Auftrag der Landwirtschaftskammer mit der Energie AG verhandelt.

Das Ergebnis ist ein so genannter Optionsvertrag. Wer ihn unterschreibt, sichert sich diese Bedingungen schon lange, bevor die Leitung überhaupt genehmigt ist. Er bekommt sogar ein „Optionsentgelt“ genanntes Bestechungsgeld für seine Unterschrift, auch wenn die Leitung nicht errichtet werden sollte. Der Sinn: Verlockung zu einer Vereinbarung, die für den Grundeigentümer unwiderruflich ist. Sie gilt letztlich solange die Leitung besteht, also über Generationen.

Mit dem Sanktus von Landwirtschaftskammer-Präsident Herndl hat nun die Energie AG grünes Licht: Sie hat mit dem Optionsvertrag etwas in der Hand, womit sie versuchen kann, Lücken in die starke Front von 87% Gegnerschaft unter den Grundeigentümern zu reißen – ein kräftezehrendes Tauziehen.

Verschwendung von Geld, das uns Stromkunden und dem Land gehört
Warum Herndl der Energie AG in die Hand spielt, kann man nur vermuten. Tatsache ist, dass jetzt Geld für Unterschriften ausbezahlt werden kann, während die zuständige Behörde beim Land über die Freileitung noch gar nicht entschieden hat. Zigtausende Euro werden so unter Umständen verpulvert, nur um für den Fall der Genehmigung – vielleicht – weniger Widerstand befürchten zu müssen. Nicht einmal eingerechnet ist dabei der sonstige Aufwand, der getrieben werden muss, um mit den Grundeigentümern zu verhandeln. Sollte sich die Trasse oder die Art der Leitung ändern, muss das ganze Spiel von vorne beginnen – eventuell mit anderen Grundeigentümern.

Herndl hat sich von diesen Argumenten ebenso wenig beeindrucken lassen wie von der Ablehnung der Freileitung durch seine Funktionäre vor Ort. Er spricht sich somit klar gegen den Wunsch seiner Mitglieder aus. An ihrer Seite stehen die sechs hauptsächlichen Gemeindevertretungen und bald 2000 Unterstützer aus der Region. Ein Bärendienst für seine Mitglieder und für die Umwelt! Ganz zu schweigen von den vorliegenden Vorschlägen für ökologische Alternativen, die das Freileitungsprojekt der Energie AG ersetzen könnten. Darunter ist auch die realistischste Variante: ein Erdkabel auf dem kürzesten Weg, d.h. weitgehend entlang Bundes- und Landesstraße.
 

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Verfasst von 110kV ade am 14. Juli 2010 - 12:22
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