Experten unterstützen erneut das Erdkabel

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Das Gutachten der Amtssachverständigen ist einseitig zugunsten der Freileitung, so der deutsche "Kabelprofessor" Wolf-Dieter Schuppe (Foto). Seine und weitere Fachstellungnahmen haben wir jetzt dem Land als Bewilligungsbehörde für das umstrittene Projekt der Energie AG vorgelegt. Denn: Die Argumente für eine Erdverkabelung wurden in mehrfacher Hinsicht bestätigt.
(Zu dieser Nachricht liegen Pressemeldungen vor.)

Eine Reihe von Fehleinschätzungen der Amtsgutachter, aber auch der Energie AG ortet Schuppe, den "110 kV ade!" zugezogen hatte, in seiner Stellungnahme. So seien Materialprobleme beim Erdkabel behauptet worden, die technisch längst beherrscht werden. Korrekturen setzt der deutsche Hochspannungstechnik-Experte auch hinsichtlich der behaupteten Störungsprobleme. Er kommt zum Schluss: "Eine grundsätzliche Ablehnung des Kabels aufgrund mangelnder Zuverlässigkeit oder wegen möglicher Qualitätsminderung der Stromversorgung ist nicht gerechtfertigt und entspricht nicht der weltweiten Erfahrung auf diesem Gebiet."

Ein anderer Kritikpunkt unserer gemeinsamen Stellungnahme ist, dass die Amtsgutachter Auswirkungen eines Erdkabels auf die Ökologie mit einem Gutachten aus dem Jahr 1986 (!) begründet haben. Damals war jedoch eine Erdkabelverlegung des jetzigen Typs noch unbekannt. Irrtümlich sind die Amtsgutachter auch noch davon ausgegangen, das Erdkabel solle auf derselben Trasse wie die Freileitung verlaufen. Auch juristisch und von Forstexperten wird die Erdkabel-Alternative wieder unterstützt: Während Anwälte der Energie AG behaupten, der Vorschlag eines Erdkabels sei im Verfahren überhaupt gegenstandslos, verweist unsere Rechtsvertretung auf einen anerkannten Kommentar zum einschlägigen Gesetz, der zum gegenteiligen Schluss kommt. Forst-Sachverständige unsererseits, aber auch von der zuständigen Behörde sind sich zumindest für den besonders kritisch begutachteten Trassenabschnitt im Bereich Steinbach einig: Hierfür wäre alles andere als die geplante Freileitung besser.

Die kontroversen Stellungnahmen müssen in den kommenden Wochen von der Bewilligungsbehörde beim Land ausgewertet werden. Der energierechtliche Bescheid, den die Behörde dann erlässt, ist jedoch nur eine der Hürden für die Freileitung zwischen Kirchdorf und Vorchdorf. Ausständig ist außerdem noch das gesamte naturschutzrechtliche Verfahren. Gegen sämtliche Bescheide kann von beiden Seiten Berufung eingelegt werden.

Verfasst von 110kV ade am 5. Oktober 2011 - 7:49
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