Energie AG erneut wortbrüchig!

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Hintergrund dieses Vorwurfs: Die Energie AG zahlt sieben Prozent der allfälligen späteren Entschädigung jedem Grundeigentümer, der der Nutzung seines Grunds _unwiderruflich zustimmt. Dies können im Einzelfall mehrere tausend Euro sein. Diese Summe steht dem Betroffenen selbst dann zu, wenn die Leitung woanders oder gar nicht errichtet wird.

Als Bestechungsgeld lässt sich dieses so genannte Optionsentgelt ohne Umschweife bezeichnen. Es ist Bestandteil des umstrittenen Optionsvertrags, den Landwirtschaftskammer-Präsident Hannes Herndl kürzlich genehmigt hatte.

Die Mitglieder der Initiative empört aber auch, dass die Energie AG nicht Wort gehalten hat. "Der Projektleiter der Energie AG, DI Wolfgang Angerer, hat mir gegenüber telefonisch ausdrücklich versichert, dass jetzt, bevor noch keine Trasse behördlich feststeht, keine Unterschriften bei Grundeigentümern gesammelt werden", sagt Vereins-Schriftführer Michael Praschma. Lediglich "Beratung" sei vorgesehen gewesen. Diese Zusicherung sei auch Vertretern der Politik gemacht worden.

Grundeigentümer berichteten in der Versammlung hingegen von fertig mit Geldbeträgen ausgefüllten, unterschriftsreifen Verträgen, die die Energie AG ihnen präsentiert hat. Sie sind außerdem darauf hingewiesen worden, dass bereits Optionsverträge von Betroffenen unterschrieben worden seien. Heftige Kritik wurde in diesem Zusammenhang auch noch einmal an Kammerpräsident Herndl geäußert: Er habe den Weg zu den Grundeigentümern für die Energie AG erst geebnet.

Systematische Täuschung durch die Energie AG

"110 kV ade!" vertritt seit dem Frühjahr als Initiative der Betroffenen die Gegner der Freileitung, hat aber bereits weitreichende ökologische Alternativ-Vorschläge formuliert. Das jetzige Vorgehen der Energie AG sehen die Betroffenen als Fortsetzung einer Reihe von Manövern mit dem einzigen Ziel, solche Alternativen zu verhindern.

Das Versprechen einer weitgehenden Bürgerbeteiligung wurde nicht in die Tat umgesetzt, Informationen über interessante Details der Planungen hat man uns ausdrücklich vorenthalten. Stattdessen gab es sogar irreführende Falschinformationen, so zunächst über die angebliche technische Unmöglichkeit eines Erdkabels.
Schließlich ist bei der letzten Verhandlungsrunde mit der Energie AG vor der Einreichung zum Behördenverfahren auch vereinbart gewesen, dass uns die Einreichunterlagen zur Verfügung gestellt werden. Auch hierauf warten wir nun schon seit Mitte Juni.
 

Verfasst von 110kV ade am 29. Juli 2010 - 0:25
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