Die Verantwortung trägt der Landeshauptmann auch für die Energie AG / Breites Medienecho auf die Studie hin. (s. PRESSE)

Presseinformation

110-kV-Leitung:

Studie lässt zentrale Fragen offen

Was kostet das Erdkabel wirklich? Sind nicht jetzt schon die Leitungen sicher genug? – Diese und andere Fragen mehr hatte die Initiative „110 kV ade!“ für eine Studie eingereicht, die jetzt vorgestellt wurde. Kritik der Betroffenen: fehlende oder unkonkrete Antworten.

Das Fazit des Gutachters Prof. Lothar Fickert (TU Graz) war eindeutig: Die geplante Freileitung ist einem (technisch möglichen) Erdkabel vorzuziehen – „aus Gründen der Energieeffizienz, der Kostensituation und des volkswirtschaftlichen Nutzens“. Landesrat Rudi Anschober, Auftraggeber der Studie, hatte Vertreter der Politik, der Energie AG, der Betroffenen sowie Fachbeamte zur Präsentation eingeladen. Doch schon nach dem ersten Eindruck bemängelten vor allem Vertreter von „110 kV ade!“: Eine Reihe von konkreten Begründungen für dieses Ergebnis fehle einfach.

Der Kostenvergleich zwischen der ungeliebten Freileitung und einem Erdkabel fällt etwa in der Studie genauso aus wie schon bisher von der Energie AG dargestellt: Das Erdkabel sei mit 54 Mio. Euro über dreimal so teuer wie die Freileitung. Kritik der Betroffenen: Weder sei ein vorgelegtes Richtpreisangebot eines Kabelanbieters im Detail geprüft worden noch die Richtigkeit der Kosten der Freileitung in teils schwierigem Gelände, außer durch einen Vergleich mit üblichen Marktpreisen. Vermisst wird auch der Vergleich unter Einbeziehung aller Kosten über die gesamte Lebensdauer der Leitungen im vorliegenden Fall.

Der von der Energie AG befürchtete Totalausfall von einer der beiden bestehenden Stichleitungen ist immer noch ein Hauptargument für die Leitung unter dem Aspekt „Versorgungssicherheit“. Auch hier habe Fickert lediglich Durchschnittsrisiken beziffert, ohne zu prüfen, ob diese auf die konkreten Leitungen übertragbar sind.

Bürgerprotest im Landhaus

Mit Transparenten hatte sich eine Delegation von 80 Betroffenen vor Beginn der Präsentation im Landhaus postiert, um gegenüber Anschober gegen den Umgang mit ihnen zu protestieren: Es sei missachtend, dass nur eine kleine Gruppe von ihnen sofort aus erster Hand über ein Gutachten informiert werde, das mindestens die nächsten drei Generationen betreffe.(Text der Protestnote im Anhang)

„110 kV ade!“ wird die noch offenen Fragen entsprechend dem Angebot Anschobers binnen zehn Tagen nach Aushändigung der Studie formulieren. Zugleich ist eine Vollversammlung der direkt betroffenen Grundeigentümer sowie der Anrainer in Vorbereitung. Dort sollen die weiteren Schritte beschlossen werden.

Bilder
Dass die Protestierenden ins Landhaus vordringen können, hatte niemand erwartet. Dieses Bild entstand nach der Aktion .
Vorbereitung des Empfangs vor dem Sitzungszimmer
Nicht im Bild: Aus dem CD-Player ertönt der Gefangenenchor aus "Nabucco"
Der Weg ist etwas "dornig"
Zuerst rund 80 Menschen zu begrüßen...
...während der Referent schon vorausläuft...
...und dann vor diesem Pühringer-Transparent reden zu müssen, ist nicht wirklich amüsant.
Klare Positionen
Ein Nein, hinter dem bisher an die 2000 Unterschriften stehen...
...außerdem die meisten direkt betroffenen Grundeigentümer per schriftliche Erklärung
"Draußen vor der Tür", denn...
... zur Präsentation hinein dürfen nur die namentlich Geladenen. Der Landeshauptmann hat übrigens nicht teilgenommen.
...zurück ins noch hochspannungsfreie Alm-, Krems- und Steinbachtal
AnhangGröße
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Protestnote.pdf34.49 KB

Verfasst von 110kV ade am 26. Januar 2011 - 11:33
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