Bisher größte Demonstration in Steinbach

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Mit einem Pfeifkonzert zum Empfang von Energie AG und Prüfbehörde machten die Betroffenen ihrem Unmut Luft. Auch am vierten Tag des Verhandlungsmarathons der geplanten Freileitung Kirchdorf - Vorchdorf ließen sie kein gutes Haar am Freileitungsprojekt – weder bei der Kundgebung noch bei der mündlichen Verhandlung im Pfarrsaal Steinbach.

Ausführliches Presseecho hier // Unterstützung für das Erdkabel hier

Foto: Ein Spalier aus abgestorbenen Fichten mussten die Vertreter der Energie AG durchlaufen, um zum Verhandlungssaal zu gelangen – Symbol für die zu erwartenden Waldschäden durch die Freileitungstrasse oberhalb von Steinbach.

Über fünf Kilometer weitgehend geschlossenes Waldgebiet soll im Bereich oberhalb von Steinbach durchschnitten werden. Forstfachleute wie der als Gutachter von den Betroffenen hinzugezogene DI Rudolf Netherer äußern sich entsetzt. Die teils deutlich über 40 Meter breiten Schneisen ließen in dieser Lage tiefgreifende Waldschäden mit höchster Wahrscheinlichkeit erwarten. Auch die Erfahrung der örtlichen Waldbesitzer lässt diese das Schlimmste befürchten: Sturmschäden, Schädlingsbefall und Sonnenbrand in den radikal geöffneten Beständen und darüber hinaus.

Dass außerdem eines der beliebtesten Naherholungs- und Wandergebiete der Region seine Attraraktivität einbüßen würde, bringt die Gemeinde in Harnisch. Bürgermeisterin Bettina Lancaster sieht drastische Gefahren für ein zentrales Zukunftskapital von Steinbach als einer Gemeinde, die ohnehin den Gürtel schon eng geschnallt hat. Die offizielle Stellungnahme der Gemeinde lehnt denn auch die Freileitung vehement ab und fordert eine Erdverkabelung der 110-kV-Leitung.

Ist die Landesregierung befangen?
Schon in der vorangegangenen Verhandlung in Pettenbach hatte Verhandlungsleiter Dr. Roland Kapsammer eingeräumt: "Die Optik ist nicht gut." Kritikpunkt von Verfahrensbeteiligten war zuvor, dass das Land als Mehrheitseigentümer der Energie AG zugleich objektiv prüfen soll, ob eine Leitungsplanung "seines" Unternehmens überhaupt bewilligungsfähig ist. Den Antrag, genau eine solche Befangenheit zu prüfen, stellte jetzt die Gemeinde Steinbach. Für den Fall, dass die Behörde dennoch die Freileitung bewilligt, deponierte die Gemeinde vorsorgliche Forderungen: Sämtliche sonstigen Stromleitungen im Gemeindegebiet sollen als Erdkabel verlegt werden; für die entwerteten Wandermöglichkeiten soll die Energie AG vollwertigen Ersatz schaffen.

Kritik am Verfahren selber äußerte die Umweltanwaltschaft des Landes. Zu viele Fragen etwa zur Notwendigkeit der Planung oder zu Alternativen blieben unbeantwortet, obwohl sie zum Teil bereits bei der ersten Verhandlung vor über drei Wochen gestellt worden seien. Die Frage stand im Raum, weshalb Amts-Sachverständige an den Verhandlungen teilnehmen, um dann doch Antworten erst im Bescheid mitzuteilen. Bei der Steinbacher Verhandlung betraf dies z.B. die Frage, warum etwa in Dänemark auch wesentlich weitergehende Verkabelungspläne landesweit anscheinend durchführbar sind, hier aber angeblich unüberwindliche Probleme aufwerfen.

Die Landwirtschaftskammer äußerte das "große Anliegen", dass die wiederum fast geschlossen vorgebrachten Einwendungen der Betroffenen angemessen berücksichtigt und nicht bagatellisiert werden. Verhandlungsleiter Roland Kapsammer unter Berufung auf das maßgebliche Starkstromwegegesetz: "Wenn die Leitung nicht nachvollziehbar notwendig ist, wird sie nicht genehmigt."

Bilder
Abgestorbene Fichten symbolisieren die zu erwartenden Waldschäden durch die Freileitung
Kein angenehmes Spalier für die Energie AG
Zahlreiche Transparente bringen Forderungen auf den Punkt
Man kann es leider nicht oft genug wiederholen...
Bgm. Lancaster und Vizebgm. Mayrhofer sprechen bei der Kundgebung
Erdkabel: Die einfache Lösung ohne schädliche Nebenwirkungen
Schlagkräftige Argumente gibt es genug. Hier symbolisch präsentiert
Wer vertritt in Wirklichkeit unser Land???

Verfasst von 110kV ade am 10. Mai 2011 - 8:52
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