Betretungs- und Kontaktverbot für Energie AG

krueckl.jpg

Bei der Auseinandersetzung zwischen Gegnern der geplanten 110-kV-Freileitung Kirchdorf - Vorchdorf und der Energie AG werden die Bandagen härter: Rund die Hälfte der Betroffenen - und seit gestern auch die Gemeinde Steinbach - wehren sich jetzt mithilfe eines Anwalts.

Foto: Rechtsanwalt Dr. Karl Krückl

Das Betreten der betroffenen Grundstücke ist ebenso untersagt wie die Kontaktaufnahme - alleiniger Ansprechpartner für die Energie AG gegenüber bisher ca. 70 Grundbesitzern ist nun eine Anwaltskanzlei. Dies teilte Rechtsanwalt Dr. Karl Krückl der Energie AG mit (Brief im Anhang). Die Eigentümer der Grundstücke, über die die Freileitung geführt werden soll, wollen damit zusätzlich zu allen bisherigen Maßnahmen ihre Geschlossenheit demonstrieren.

Mit einem einstimmigen Gemeinderatsbeschluss hat am 30. September Steinbach am Ziehberg als erste der betroffenen Gemeinden entschieden, sich der gemeinsamen Rechtsvertretung gegen die Freileitung ebenfalls anzuschließen.

Die Initiative „110 kV ade!" verfolgt mit der gemeinschaftlichen rechtlichen Vertretung aber noch weitere Zwecke: „Die bekannte Taktik, einzelne Betroffene ‚weichzuklopfen', wird auf diese Weise durchkreuzt. Man kann sich sicher sein, nicht plötzlich allein dazustehen. Auch die Drohung mit Enteignungen wird so schwieriger", heißt es in einer Aussendung.

EAG Nein.jpg

Ein Angebot, die Interessen des Stromkonzerns und der Betroffenen durch neue Verhandlungen miteinander zu versöhnen, lehnte die Energie AG ab. „Im Auftrag meiner Mandanten habe ich ein Mediationsverfahren vorgeschlagen, um zu verhindern, dass der Streit weiter eskaliert. Themen und Vorgangsweise hätten gemeinsam vereinbart werden sollen. Diesen Weg hat die Gegenseite nach mehrwöchiger Bedenkzeit unter Hinweis auf das laufende Behördenverfahren ausgeschlagen", so Dr. Karl Krückl, Rechtsanwalt der Grundeigentümer.

Parallel zum behördlichen Bewilligungsverfahren werden die Notwendigkeit der Freileitung und mögliche Alternativen derzeit auch von einem unabhängigen Gutachter der TU Graz bis Mitte Dezember geprüft. Den Auftrag hierzu erteilte Energielandesrat Rudi Anschober. Mit im Begutachtungspaket: Ein Richtpreisangebot für ein 110-kV-Erdkabel von einer Salzburger Fachfirma. Diese hatte auch schon in Deutschland eine Kabelstrecke technisch umgesetzt, mit der ein jahrelanger Streit im Einvernehmen zwischen Netzbetreiber und Grundbesitzern glücklich endete.

 

 

AnhangGröße
RA > EAG.pdf88.47 KB

Verfasst von 110kV ade am 1. Oktober 2010 - 8:14
Erstellt in


Soziale Netzwerke

Facebook_Fansite.jpg