Einhelliger Beschluss: Betroffene beharren verbindlich auf "Erdkabel ja, Freileitung nein!"

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Alle Grundeigentümer, die gegen den ersten Bewilligungsbescheid berufen haben, bekräftigten jetzt erneut schriftlich ihre Position gegenüber der Energie AG und der Behörde. Das gab ein Initiativensprecher auf dem Sommerfest von "110 kV ade!" bekannt. Damit wurden Gerüchte eindrucksvoll widerlegt, der Widerstand gegen die Freileitung sei erschlafft. Über 90 Liegenschaften, zwei Drittel aller betroffenen Grundstücke, müsste sich die Energie AG also erst durch Zwangsrechte verfügbar machen. Auch viele Initiativenmitglieder hatten mit einer so kompletten Einmütigkeit kaum gerechnet.
Foto: Auch heute noch ungebrochen trotz massiven Drucks – Betroffene lassen sich nicht in die Knie zwingen (Demonstration Steinbach Mai 2011)
///NEU: GESETZENTWURF PRO ERDKABEL IN KÄRNTEN FIX (HIER) ///

 Im Gegensatz zu ähnlichen Auseinandersetzungen in der Vergangenheit sieht sich die Energie AG im Alm- und Kremstal auch nach 2 1/2 Jahren immer noch einer geschlossenen Front gegenüber. Besonders überraschend dürfte für den mächtigen Stromnetz-Betreiber sein, dass es in fünf Monaten seit dem ersten (sofort angefochtenen) Bewilligungsbescheid nicht gelungen ist, neue Zustimmungserklärungen zur Freileitung zu ergattern. Ohne das Einverständnis der Grundeigentümer wären aber Enteignungsverfahren nötig, um die Leitung errichten zu können.

Die Grundeigentümer werden von vielen ebenfalls direkt betroffenen Nachbarn ohne Parteienrechte unterstützt, außerdem von sämtlichen Gemeindevertretungen im Trassengebiet sowie von Tausenden Sympathisanten der geforderten Erdkabelalternative. In ihren neuen Stellungnahmen erklären die Grundeigentümer übereinstimmend, dass sie in vollem Umfang auf ihrer Berufung gegen die Bewilligung beharren. Außerdem behalten sie sich ausdrücklich weitere Rechtmittel vor, falls in zweiter Instanz die Bewilligung bestätigt werden sollte. Diese Erklärungen wurden dem Bundeswirtschaftsministerium als zuständiger Behörde zugeschickt.

Ministerium von Überrumpelungsversuchen informiert
Zur Klarstellung hat "110 kV ade!" das Ministerium auch darauf hingewiesen, dass die Energie AG zuletzt versucht hatte, Grundeigentümer missverständliche Formulare unterschreiben zu lassen. Diese sollten angeblich dazu dienen, vorteilhafte Leitungsverschiebungen zu ermöglichen. Die darin enthaltenen Formulierungen beinhalten jedoch eine generelle Zustimmung zum Trassenverlauf beim jeweiligen Grundeigentümer. Dieser hätte somit, ohne es zu wissen, seinen eigenen Einspruch gegen die Leitung aufgehoben.

Auch die zahlreichen Besucher beim Sommerfest der Initiative in Vorchdorf zum Ferienauftakt zeigten sich positiv überrascht über das deutliche Lebenszeichen der Erdkabelbefürworter. Der Eindruck, dass über die Freileitung das letzte Wort noch lange nicht gesprochen ist, erhielt nach allgemeiner Einschätzung neuen Auftrieb.

<<< Bericht mit Forumsdebatte dazu in den OÖ Nachrichten vom 11.7.2012 >>>

Verfasst von 110kV ade am 9. Juli 2012 - 23:43
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