Bauernfängerei der Energie AG wird immer dreister – was kommt noch?

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Genau jetzt, wenn Landwirte vor Arbeit kaum wissen, wo ihnen der Kopf steht, versuchen Vertreter der Energie auf widerliche Weise, Gegner der Freileitung zur Zustimmung zu bringen – egal wie. Nach fiesen Drohungen (siehe letzten Artikel) kommen jetzt Versuche hinzu, Betroffene zu überrumpeln: Dubiose "Niederschriften" sollen unterschrieben werden, mit denen man plötzlich der Leitungsführung auf dem eigenen Grund überhaupt zugestimmt hätte. Oder es werden gleich ein paar Tausender beim Entschädigungsangebot "draufgelegt" – was einem Beamten gegenüber unter Umständen ein klarer Bestechungsversuch wäre.
(Foto Wahlplakat) Zur Erinnerung: Dies alles hätte der Landeshauptmann vor zwei Jahren verhindern können…

• Gehirnakrobatik dazu von Energie-AG-Pressesprecher Michael Frostel hier
• Rudi Anschober (der am besten informierte Landespolitiker in dieser Angelegenheit!) tut im Kurier so, als wären wir gegen die Stromversorgung.
Ganz neu: Landesrat Dr. Manfred Haimbuchner kritisiert die Leitungstrasse, allerdings mit unzutreffenden Gründen: OÖ Nachrichten vom 8.6.2012

Wenn ich eine Bestätigung (siehe Anhang) unterschreibe, dass ich für den Fall der Bewilligung der Freileitung durch das Wirtschaftsministerium "dem im genannten Plan festgehaltenen Trassenverlauf zustimme" – und dieser Plan zeigt die Freileitungstrasse auf meinem Grundstück: Was soll das anderes bedeuten als "OK, was mich betrifft, dürft ihr die Leitung bauen"?! Verkauft wird diese Unterschrift aber als harmlose Vereinbarung über eine Eventualität. Das sind übelste Vertretertricks. Worum es hier angeblich geht – nämlich für den schlimmsten Fall, dass die Freileitung gebaut wird, wenigstens die schonendste Trasse auf jedem Grund zu bauen – das ließe sich auch anders regeln. 

Sie wollen den Domino-Effekt
Selbst wenn ein Grundeigentümer nach einer solchen Unterschrift noch Rechtsmittel gegen die Bewilligung des Ministeriums einlegen dürfte – als erstes wird die Energie AG allen Nachbarn unter die Nase reiben, dass dieser Nachbar jetzt endlich eingesehen hat: Die Leitung kommt eh. Vielleicht unterschreibt ja dann der nächste, und dann wieder einer, und so fort. Was steckt hinter dieser Taktik? Können Sie nicht in Ruhe abwarten, ob sie alle behördlichen Bewilligungen bekommen?

Der Punkt ist: Es macht nicht nur politisch, sondern auch auf die Behörde einen ganz anderen Eindruck, ob ein paar Einzelkämpfer gegen den Bescheid berufen oder, wie hier, die Eigentümer von zwei Dritteln der Grundstücke. Hinzu kommt, dass die geforderte Alternative "Erdkabel" rundherum immer mehr Rückenwind bekommt. Und schließlich, das weiß auch die Energie AG, hat der erste Bewilligungsbescheid derartig offenkundige Schwächen, dass es für das Wirtschaftsministerium schon juristisch eine Zumutung darstellen würde, die Berufung dagegen zurückzuweisen. Da wäre es doch praktischer, wenn sich der Widerstand irgendwie selbst auflöste.

Jemandem seine Überzeugung abkaufen zu wollen, ist eine Beleidigung!
Der Versuch der Energie AG, Mitglieder einer Bürgerinitiative mit Geld zu korrumpieren, ist das bisher schäbigste Mittel des Stromkonzerns im Kampf um diese Hochspannungsleitung. Dazu muss man wissen: Die üblichen Entschädigungen decken ohnehin meist nur einen Bruchteil des wirklichen Wertverlusts ab: 6 (sechs!) Prozent z.B. in einem gutachterlich dokumentierten konkreten Fall. Vom Verlust an Lebensqualität ganz zu schweigen. Trotzdem könnten viele die erhebliche "Finanzspritze" in harten Zeiten gut brauchen. Es ehrt jeden, der das bis heute aus guter Überzeugung abgelehnt hat. Moralisch ist es jedenfalls verkommen, mit (fragwürdigst begründet) aufgefetteten Angeboten zu probieren, ob nicht doch jemand schwach wird. Strafrechtlich gibt es in unserem Land leider keinen Paragraphen "Bestechung von Bürgerinitiativen"…

Liebt Pühringer OÖ.jpgWir hätten gerne unseren Landeshauptmann in einer Podiumsdiskussion auch danach gefragt, wie er ein solches Verhalten "seiner" mehrheitlich landeseigenen Energie AG beurteilt. Doch leider hat er uns um Verständnis ersucht, dass er während eines Behördenverfahrens keine Podiumsdiskussion besucht.

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Verfasst von 110kV ade am 20. Mai 2012 - 17:05
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